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Vorwort

Durch den rapiden und sichtbaren Wachstum der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist es unvermeidlich, daß doktrinäre Unterschiede zwischen den Heiligen der Letzten Tage und den Menschen anderer Glaubensrichtungen auftreten. Die Mitglieder der Kirche bekunden, daß sie Christen sind, Nachfolger von Jesus Christus und Empfänger seiner erlösenden Gnade. Sie sind indes nicht verbunden mit dem Katholizismus und dem Protestantismus. Die Mormonen glauben, daß Gott Joseph Smith im Jahre 1820 berief, erlösende Wahrheiten und göttliche Kräfte wiederherzustellen, die nach dem Tode von Jesus und seinen frühen Aposteln der Welt verloren gingen. Sie glauben, daß er beauftragt wurde, eine Organisation zu gründen -  die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage – die Wiederherstellung der ursprünglichen Kirche von Jesus Christus. Sie glauben, daß sie die Fülle des Evangeliums  von Jesus Christus besitzt und heute geführt wird von göttlich berufenen neuzeitlichen Aposteln und Propheten.

Durch die weltweite Verbreitung der Botschaft der Wiederherstellung wünschen die Heiligen der Letzten Tage nicht, die Menschen anderer Glaubensrichtungen zu verletzen. Es gibt sicherlich Menschen in jeder christlichen Konfession, die sich in ihrem ganzen Leben eifrigst bemüht haben, Christus nachzufolgen, anderen zu dienen und die Botschaft des Erlösungswerkes Christi der Welt zu  verkünden. Es gibt auch Menschen außerhalb des Christentums, die ein vorbildliches Leben führen und sich der Wahrheit hingeben, die sie verstehen. Unsere Einladung ergeht sowohl an die Christen als auch an die Nichtchristen, zu der wiederhergestellten Kirche Jesu Christi zu kommen und zu sehen,  ob das von dem Heiland wiederhergestellte Evangelium mit all seinen göttlichen Wahrheiten und Kräften einen Wert für ihr Leben besitzt.

Die Heiligen der Letzten Tage wissen, daß nicht alle diese Einladung annehmen, und doch glauben sie nicht, daß dogmatische Unterschiede Menschen dazu bewegen sollten,  sich unchristlich und unhöflich in ihrem Umgang mit Andersgläubigen zu benehmen. Es gibt so viele Probleme in der Gesellschaft, moralische und ethische, mit denen viele gute und aufrichtige Menschen übereinstimmen, daß es unsinnig erscheint, wenn wir unsere Kräfte zerteilen und unsere Wirkung schwächen, anstatt eine helfende Hand zu reichen, um die Fluten von Unanständigkeit und Unsittlichkeit zu dämmen. Man findet ein Bedürfnis in der heutigen Welt bei vielen Menschen verschiedener Glaubensgemeinschaften, sich gegenseitig besser zu verstehen. Ein Mißverständnis für andere Religionen bringt nichts Gutes. Wir hoffen, daß unser Versuch, die am meisten gestellten Fragen über den Glauben der Heiligen der Letzten Tage und dessen  praktische Ausübung beantwortet und einen Beitrag liefert für ein besseres gegenseitiges Verständnis zwischen den Heiligen der Letzten Tage und ihren Freunden aus anderen Glaubensrichtungen.

Die im Folgenden gegebenen zehn Grundfragen sind Herz und Seele des Glaubens und der Lebensart der Heiligen der Letzten Tage. Es ist verständlich, daß Nicht-Mormonen hier und da nicht mit unserer Ansicht übereinstimmen. Es hilft hingegen keinem, wenn man unsere Denkungsart falsch zitiert oder sie gar falsch auslegt.

Die Verfasser dieser zehn Fragen sind alle Fakultätsmitglieder der Brigham Young Universität. Larry E. Dahl ist Professor für Kirchengeschichte und Kirchenlehre; Robert L. Miller ist Dekan für religiöse Erziehungswissenschaft und Professor für Religionswissenschaft des Altertums; Daniel C. Peterson ist “Associate Professor” für Asiatische Sprachen und für Sprachen des Mittleren Ostens: Noel B. Reynolds ist ein “Associate Academic Vice President” und Professor für politische Wissenschaften; Stephen E. Robertson ist Professor für Religionswissenschaft des Altertums; Brent L. Top ist “Associate Dean” (Dekan) für religiöse Erziehungswissenschaft und Professor für Kirchengeschichte und Kirchenlehre und John W. Welch ist der “Robert K. Thomas Professor” für Rechtswissenschaft.

Wir danken denjenigen, die uns bei der Zusammenstellung dieses Büchleins geholfen haben und jenen Kollegen, die die Arbeit kritisch beurteilt haben; und die FARMS Herausgeber, die viele Vorschläge machten und die Produktion dieses Büchleins überwachten: Donald L. Brugger, Lesa Shearer, Wendy C. Thompson, Melvin J. Thorn und Scott Knudson, der das Büchlein entwarf und Alan und Karin Ashton, die uns die Erlaubnis gaben, das Gemälde von Floyd Breinholt für die Titelseite zu benutzen und Claudia Breinholt, die uns erlaubte das Gemälde ihres verstorbenen Mannes zu gebrauchen.

Dies ist keine offizielle Publikation der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage oder der Brigham Young Universität. Die Beiträger haben indes versucht, ihre Ausdrucksweise den Schriften und den Lehren der neuzeitlichen Kirchenführer anzupassen. Jeder der Beiträger war viele Jahre im Erziehungssystem der Heiligen der Letzten Tage tätig und hat gelehrt  und viele Dinge über die Themen  veröffentlicht, die in diesem Büchlein dargeboten werden. Es könnte noch vieles über diese Fragen gesagt werden. Wir hoffen aber, daß dieser kurze Exkurs genügt, um noch aufkommende Fragen zufriedenstellend  zu beantworten.

Nur wenn Menschen keine Angst vor der Wahrheit haben, werden sie sie finden. Wir laden alle ein, der Ermahnung von Paulus Folge zu leisten: “Prüfet alles, und behaltet das Gute.” (1 Thessalonicher 5:21)

 Robert C. Miller

Noel B. Reynolds