Wie Sollten Die Heiligen Der Letzten Tage Ihr Leben Gestalten?
„Wir glauben daran, ehrlich, getreu, keusch, wohltätig und tugendhaft zu sein und allen Menschen Guts zu tun.“ Joseph Smith schrieb dies Im Jahre 1842 als Antwort auf die Frage eines Journalisten betreffs des Glaubens der Heiligen der Letzten Tage. „Wo etwas Tugendhaftes, Liebenswürdiges oder vom guten Rufe oder Lobenswertes ist, trachten wir nach diesen Dingen.“ (Glaubensartikel 1:13) Die Heiligen der Letzten Tage beanspruchen nicht, daß sie alle tugendhaft sind, ohne Ausnahme, auch nicht, daß andere nichts Tugendhaftes zeigen. Die Heiligen der Letzten Tage haben indes das Gefühl, daß sich ihr religiöser Glaube auch auf das tägliche Leben bezieht, und so trachten sie nach den Werten des Guten.
Eine Verpflichtung Und Ein Bündnis
Die Forderung, nach Tugenden, dem Guten, der Ehrlichkeit und Dingen von gutem Ruf zu trachten, ist eine Verpflichtung, die als Quelle die Liebe zu und die Ehrerbietung für Gott hat. Jesus erklärte: „Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen. Darin besteht das Gesetz und die Propheten.“ (Mathäus 7:12) Später in seinem Wirken, erklärte Jesus weiter, daß die Liebe zu Gott und den Mitmenschen die zwei größten Gebote sind „an denen das ganze Gesetz samt den Propheten hängen.“ (Mathäus 22:37-40) Die Heiligen der Letzten Tage nehmen dieses Gebot sehr ernst, denn Liebe ist der Inhalt einer wahren Religion (Jakobus 1:27) „Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engeln redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüßte und alle Erkenntnisse hätte, wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.“ (1 Korinther 13:1-2; Moroni 7:44-48)
Die Heiligen der Letzten Tage nehmen die Lehren der alten und modernen Schriften an, daß nämlich die Liebe zu Gott sich gleichzeitig in der Liebe zu den Mitmenschen zeigen muß.
Die Menschen werden Mitglieder der Kirche Jesu Christi durch Taufe und schließen von ganzem Herzen ein heiliges Bündnis, Gott mit aller Kraft, Gemüt und Stärke zu lieben und „ihm zu dienen und seine Gebote zu halten.“ (Mosiah 18:10) Sie nehmen die Verpflichtung auf sich, nicht nur die Gebote Gottes zu halten, sondern auch mehr und mehr wie er zu werden, mit Herzen voll von Reinheit, Güte, Mitleid und Barmherzigkeit. Mit diesem Taufgelöbnis versprechen die Heiligen der Letzten Tage, ihre Liebe zu Gott zu zeigen, indem sie willig sind, „einer des anderen Last zu tragen, damit sie leicht sei“, mit den Traurigen zu trauern und zu trösten, die des Trostes bedürfen.“(Mosiah 18:8-9) Es ist diese Art von Anteilnahme und eines opferbereiten Dienstes den Mitmenschen gegenüber, die eine wahre Jüngerschaft kennzeichnet. (Johannes 13:34-35)
Das ausgedehnte Wohlfahrtssystem der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und der damit verbundene menschenfreundliche Dienst in der ganzen Welt, wie auch die Handlungen der Güte und Freigebigkeit individueller Kirchenmitglieder, sind alles Beiprodukte eines ernsten Strebens, die Mitmenschen zu lieben, wie es der Heiland empfohlen hat. Dieser christliche Dienst und die Opferbereitschaft wird nicht nur den Mitgliedern der Kirche erwiesen. Der Dienst wird vollzogen, ungeachtet der Rasse, Religion und Nationalität. „Was jeder jährlich geben soll“, sagte Joseph Smith, „dafür gibt es keine besonderen Instruktionen. Wir sollen den Hungrigen zu essen geben, die Nackten kleiden, den Witwen helfen, die Tränen der Waisen trocknen, den Kranken Trost geben, wo immer man sie findet. 36
Ergebnisse
Sozial-Wissenschaftler haben festgestellt, daß die Heiligen der Letzten Tage, die innig die Lehren der Kirche beherzigen, im Vergleich zu der Gesellschaft im Allgemeinen, folgendermaßen beurteilt wurden:
- Sie sind glücklicher in ihrer Ehe und zufrieden mit ihrem Familienleben, und sie lassen sich nicht so oft scheiden 37
- Sie sind weniger geneigt, sich dem vorehelichen und außerehelichen sexuellem Benehmen hinzugeben.38
- Sie sind weniger geneigt, Drogen und Alkohol zu gebrauchen39
- Sie sind ausgeprägter in bezug auf eine geistige Gesundheit und leiden weniger an Depressionen.40
- Sie sind weniger verwickelt in einem verbrecherischen, abweichenden, antisozialen Benehmen.41
Viele andere Studien und viele andere Quellen könnten herangezogen werden, um im größeren Maße die positive Art der Lebensführung der Heiligen der Letzten Tage zu zeigen. Die Berge von erfahrungsmäßigen Beweisen können indes nur beschreiben, sie können nicht zufriedenstellend erklären, warum die Heiligen der Letzten Tage im allgemeinen glücklich sind, eine gute Einstellung haben und fürsorgliche Menschen sind. Was für eine Antwort gibt es? „Meine Kinder, laßt euch von niemand in die Irre führen! Wer die Gerechtigkeit tut, ist gerecht, wie Er gerecht ist.“ (1 Johannes 3:7) Die Früchte der Rechtschaffenheit, die man im Leben der Heiligen der Letzten Tage findet, entspringen einem Streben, treu zu den christlichen Bündnissen zu stehen. Wenn sie nach solchen Dingen „trachten“, die „tugendhaft, liebenswert oder von gutem Ruf sind“, dann erkennen sie, daß diese „Früchte“ zu ihnen kommen, ihr eigenes Leben segnend beeinflussen und sie befähigen, das Leben anderer durch die Liebe und Barmherzigkeit von Jesus Christus zu segnen.
Die Heiligen der Letzten Tage glauben, daß durch die Kraft des Heiligen Geistes ein Individuum, das Christus durch Glauben und Gehorsam angenommen hat, in Christus „neu geboren“ und „eine neue Schöpfung“ ist. (2 Korinther 5:17; Epheser 4: 29-32; Mosiah 27:23-26) Diese geistige Veränderung bringt Nächstenliebe mit sich, „die reine Liebe Christi“ (Moroni 7:47), eine Liebe, wie Christus liebt, für Christus und auch für andere. Die Frucht dieser geistigen Wiedergeburt schließt Güte und Gerechtigkeit, Liebe, Freude, Frieden und Sanftmut mit ein.(Epheser 5:9; Galater 5:22-26) Das neue Leben, das durch die Gnade und Barmherzigkeit von Jesus Christus kommt, beeinflußt nicht nur unsere äußerlichen Fähigkeiten, sondern wirkt auch im Innern.
Der Herr lehrte, daß man die Dinge nach ihren Früchten beurteilen sollte. (Mathäus 7:15-20) Propheten und Kirchen sollten nach den Früchten ihres Dienstes und ihrer Lehren beurteilt werden. Die Verpflichtung, ein Nachfolger Christi zu sein, sollte nach der Qualität des Charakters und der Handlungen, die eine solche Verpflichtung mit sich bringt, beurteilt werden, wenn ein Sterblicher überhaupt urteilen sollte. Schlechte Bäume können keine guten Früchte hervorbringen, und gute Früchte sind ein Zeichen eines guten Baumes. Die Mitglieder der wiederhergetellten Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage glauben, daß die Früchte der Lehren dieser Kirche in ihrem Leben voll sichtbar sind. Sie leben ihre Religion freudig, friedvoll und mit ganzer Seele. In ihrer Hingabe sind sie immer bestrebt, dem vollkommenen Muster von Jesus Christus zu folgen. Der Beweggrund für diese Art von Hingabe entspringt ihrer Liebe zu dem Herrn und dem festen Zeugnis des Geistes, das in ihren Herzen brennt und den Geist inspiriert. Ihr Dank übersteigt jedes Ausdrucksvermögen, weil der Heiland ihre Verpflichtung annimmt, ihre Übertretungen vergibt und sie mit guten Früchten segnet, die ihrer Ergebung entspringen.