Ver Ändern Sich Die Lehren Und Deren Ausübungen Der Kirche Jesu Christi Der Heiligen Der Letzten Tage?
Viele betrachten eine Veränderung der Lehren und die Ausübung derselben als eine Unvereinbarkeit und Schwäche, aber für die Heiligen der Letzten Tage ist eine Veränderung ein Zeichen der Grundlage der Kraft, auf der die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage aufgebaut ist – nämlich, das Gott immer (gestern, heute und ständig) bereit ist, seinen Willen seinem Volke zu offenbaren, wenn sie willig sind zu hören und zu gehorchen. Obgleich die ewigen Erlösungsprinzipien in Gottes Erlösungsplan für seine Kinder sich nicht verändern, werden die Offenbarungen dieser Prinzipien und ihre Anwendungen – an wen, wann, wo und wie viele – variieren, weil sie sich den Myriaden sterblicher Umstände, und dem Zweck und Zeitplan Gottes anpassen.
Die Mitglieder der wiederhergestellten Kirche Jesu Christi dr Heiligen der Letzten Tage glauben, daß noch viele große und wichtige Dinge offenbart werden. (Glaubensartikel 1:9) Dies zeigt, daß unser vergangenes und jetziges Verständnis von Dingen unvollkommen ist und eine Berichtigung benötigt.
Von Stufe Zu Stufe
Warum gibt Gott uns nicht alles, was wir wissen müssen, und damit wäre es getan? Weil Gott beides, den freien Willen und die Umstände ehrt und seinen Kindern das gibt, was sie wollen und wozu sie fähig sind und was seine eigenen Zwecke erfüllt. Jesaja lehrt dies Prinzip:
„Wen will der Mann denn Erkenntnis lehren, wem das Gehörte erklären?
Kindern, die man eben von der Milch entwöhnte, die man gerade von der Brust nahm?
Vorschrift muß auf Vorschrift folgen, Vorschrift auf Vorschrift; Zeile um Zeile; Hier ein wenig und dort ein wenig.“ (Jesaja 28:9-10)
Dies Prinzip wird auch deutlich im Neuen Testament dargeboten, in bezug auf eine wichtige Änderung einer diplomatischen Handlung in der frühen christlichen Kirche. Als Christus seine zwölf Apostel berief und sie aussandte, sagte er: „Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Gehet nicht zu den Heiden und belehret eine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“ (Mathäus 10:5-6) Jahre später offenbarte Jesus Petrus, daß es Zeit war, eine Änderung vorzunehmen. Das Evangelium sollte jetzt den Heiden verkündigt werden. Gott mußte diese Offenbarung wiederholen und Petrus seine Macht zeigen, um ihn zu überzeugen, daß diese Änderung der Richtung vollzogen werden mußte. (Apostelgeschichte 10)
Eine Lebende Kirche
Und so war es in unseren Tagen. Die Heiligen der Letzten Tage betrachten eine Änderung als einen integralen Teil einer lebenden Kirche, als ein vitales Ausmaß der Bedeutung von lebenden Propheten geleitet zu werden. Das Bedürfnis nach Offenbarungen, um die Wahrheit des Himmels zu lehren, drückte Joseph Smith in folgenden Worten aus:
„Gott sagte ‘Du sollst nicht töten’. Zu einer anderen Zeit sagte Er ‘Du sollst völlig zerstören’. Dies ist das Prinzip, nach dem die Regierung des Himmels handelt, durch Offenbarung, die den Umständen angepaßt ist, in denen die Kinder Gottes hineingestellt sind. Was immer Gott gebietet, ist richtig, was es auch immer sein mag, obgleich wir nicht immer den Grund dafür sofort erkennen und oft erst lange nachdem sich die Ereignisse vollzogen haben.
Gott hat unsere Glückseligkeit entworfen und die Glückseligkeit all seiner Geschöpfe. Er hat niemals und wird niemals eine Verordnung einsetzen oder ein Gebot erlassen, ohne dabei an die Glückseligkeit seiner Kinder zu denken, die ja das größte Gut und die größte Ehre erhalten, sobald sie die Empfänger seines Gesetzes und seiner Verordnungen werden. 35
Wenn solche Veränderungen der Laune eines Sterblichen entsprängen, würde ernsthafte Sorge vonnöten sein. Wenn solche Veränderungen dagegen durch Offenbarung von Gott an seine bevollmächtigten Diener ergehen, dann sind sie gerecht, und es ist die wahre Verpflichtung der Kinder Gottes, sie zu beherzigen und ihnen Gehorsam zu leisten.
Weltweit und historisch zeigt sich das Prinzip, „Zeile um Zeile“ zu wachsen, darin, daß Gott verschiedenen Völkern das Maß von Licht und Wahrheit zuteilt, das für sie von Nutzen sein könnte. Es überrascht uns daher nicht, unterschiedliche Evangeliums- Wahrheiten in allen Kulturen, philosophischen Systemen, Welt-Religionen und in vielen christlichen Kirchen in der Welt zu finden. In der Tat erfreuen sich einige Kirchen am Evangelium Jesu Christi, und ihre Anhänger sind vorbildliche Beispiele eines christlichen Lebensstils. Die Heiligen der Letzten Tage glauben hingegen, daß es Etwas gibt, das den Namen „die Fülle des Evangeliums“ trägt. Es steht jedem, nach freier Wahl, zur Verfügung. Diese Fülle wurde durch Joseph Smith auf dieser Erde wiederhergestellt und wird von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage verkündet. Es enthält den Glauben an lebende Propheten, die von Gott berufen werden und denen er seinen Willen kundtut. Diese Propheten und andere, die von ihnen ordiniert wurden, besitzen die Vollmacht, das Evangelium zu verkünden und wichtige erlösende Verordnungen zu vollziehen. Sie tragen dieselbe Verantwortung, die Jesus ursprünglich seinen Aposteln übertrug: „Gehet hin in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen.“ (Markus 16:15) Wenn sie hinausgehen, um diesen Auftrag zu erfüllen, erhalten sie weitere Offenbarungen von Gott. Es steht außer Frage, daß mit wechselnden Umständen die Verfahrungsweisen, das Verständnis Niveau und die Ausführung der Prinzipien sich ändern. Unter der Leitung des Allmächtigen schreitet das Werk der lebenden Kirche ständig fort, alles als ein Teil, um die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zu vollbringen. (Moses 1:39)