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Frage 7

Was Glauben Die Heiligen Der Letzten Tage, Was Man Tun Muss, Um Erlöst Zu Werden?

Joseph Smith sagte im Jahre 1842:

"Wir glauben, daß durch das Sühnopfer Christi die ganze Menschheit selig werden kann durch Befolgung der Gesetze und Verordnungen des Evangeliums.” (Glaubensartikel 1:3)  Aus  der Perspektive der Heiligen der Letzten Tage gesehen, steht keine Person außerhalb der Reichweite der Erlösungskraft Christi und keine Seele jenseits des Bereichs der Barmherzigkeit und der Gnade. Keiner kam auf diese Erde, der schon für eine Erlösung vorherbestimmt war, oder dem dieses  Recht verneint wurde. Gott ist kein Anseher der Person, ²sondern ihm ist in jedem Volk willkommen, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.’ (Apostelgeschichte 10:34-35)

Unsterblichkeit Und Ewiges Leben

In der Köstlichen Perle stehen die folgenden Worte, die zwischen Gott und Moses gewechselt wurden: „Denn siehe, dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit – die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zu vollbringen.“ (Moses 1:39) Dies ist eine kapselförmige Erklärung, eine Destillation und Zusammenfassung des Werkes der Erlösung von Christus. Die Mormonen glauben, daß durch das Sühnopfer Christi dem Menschen zwei Arten der Erlösung gegeben sind, die universale und die individuelle. Alle, die einen natürlichen Körper erhalten, ob sie gut oder schlecht sind, böse oder gerecht, werden auferstehn.  (1 Korinther 15:22; Alma 11:41) Diese universale Erlösung vom natürlichen Tod,  ist die Unsterblichkeit, von der im Buch Moses gesprochen wird. Es ist die Erlösung vom Grabe oder das Ewige Leben. Es ist eine universale Gabe.

Individuelle Erlösung ist etwas anderes. Obgleich alle Erlösungen durch Barmherzigkeit und die Liebe von Christus möglich geworden sind, glauben die Mormonen, daß es gewisse Dinge gibt, die die Individuen für das Erlangen der Gnade ausführen müssen, um die Gnade völlig wirksam in ihrem Leben zu machen. Sie müssen willig sein, die Gabe des Herrn zu empfangen, die bereitwillig gegeben wird. Die Menschen müssen zu ihm kommen, ihn anerkennen als den Herrn und Erlöser, an seinen Namen glauben, Buße tun, getauft werden, die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und bestrebt sein, glaubensstark bis ans Ende zu sein. Ewiges Leben wird denen gegeben, die glauben, gehorchen und ausharren. Gott ist „für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils.“ (Hebräer 5:9) Ewiges Leben ist ein Leben ohne Ende, aber es ist zugleich ein Leben mit Gott. Es ist Gottes Leben. Es ist die höchste Form der Erlösung.

Gnade Und Werke

Der Weg zu Gott stellt ein Bündnis dar, ein zweiwegiges Versprechen zwischen Gott und dem Menschen. Jesus Christus hat für uns getan, was wir nie für uns selbst tun können. Er litt, blutete und starb für uns. Er erlöst uns von der Sünde. Er bietet uns an, unsere Natur zu verändern, aus uns eine neue Schöpfung zu machen. (2 Korinther 5:17; Mosiah 27:24-26) Er stand von den Toten auf und öffnete so für uns das Tor, um das- selbe zu einer bestimmten Zeit zu tun. Diese Dinge können wir für uns selbst nicht tun. Es sind Handlungen der Barmherzigkeit und Gnade. Unser Versprechen ist es, Jesus Christus als unseren Erlöser anzunehmen, gläubig an unseren Bündnissen festzuhalten, seine Gebote zu halten und auszuharren bis ans Ende.

Die Heiligen der Letzten Tage sind sich der Tatsache bewußt, daß unsere Bemühungen, gerecht zu sein, notwendig sind, daß sie aber nie ausreichen, uns zu erlösen. Die Propheten des Buches Mormon haben erklärt, daß trotz allem, was wir tun können, wir durch die Gnade Christi erlöst werden. Unsere wichtigste Arbeit besteht darin, Glauben zu haben an und Vertrauen in den Wert, die Barmherzigkeit und die Gnade des Heiligen Messias. (2 Nephi 10:24;25:23; 2 Nephi 2:8; 31:19; Moroni 6:4)

Unglücklicher Weise vollzog sich für Jahrhunderte die Debatte darüber, ob wir durch Gnade oder durch Werke erlöst werden. Es ist, wie C.S. Lewis bemerkt „wie die Frage, welche Klinge einer Schere am notwendigsten ist.30 Wenige Dinge offenbaren mehr die Seichtheit unserer Jüngerschaft als der Lippendienst zu Gott, um unseren aufrichtigen Gehorsam zu vertuschen. Wahrer Glaube bringt immer glaubwürdige Handlungen mit sich. Auf der anderen Seite aber sind einige Dinge dem Herrn unangenehmer als sich einzig und allein auf seine eigenen Werke zu verlassen, auf seine eigene Kraft zu bauen und zu versuchen, durch den eigenen Genius zu wachsen.

Das Sühnopfer Christi

Christus ist die Quelle unserer Kraft und unserer Erlösung. „Auf welche Art könnte die Erlösung sonst kommen?“ fragt Ältester Bruce R. McKonkie, ein ehemaliger Apostel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. „Kann der Mensch sich selbst erlösen? Kann er selbst seine Auferstehung bewirken? Kann er ein himmlisches Königreich schaffen und bestimmen, wer zugelassen wird?  Erlösung muß bei Gott beginnen und wenn ein Mensch sie erhalten soll, muß Gott sie auf ihn übertragen. Die Übertragung ist eine Manifestation der Gnade. Erlösung kommt durch Christus und sein Sühnopfer.31 Ältester Dallin H. Oaks, ein anderer Apostel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, bemerkte: „Der Mensch besitzt zweifellos eine beeindruckende Macht und kann durch unermüdliches Streben und durch einen unbezwingbaren Willen bedeutende Werke vollbringen, aber trotz all unserem Gehorsam und  all unseren guten Werken können wir nicht von der Wirkung unserer Sünden ohne die Gnade, die durch das Sühnopfer von Jesus Christus auf uns herabkam, gerettet werden.“ 32

Joseph Smith lernte durch Offenbarung, daß die größten Segnungen in der kommenden Welt für diejenigen reserviert sind, die zu Christus kommen, sein Evangelium annehmen, die notwendigen heiligen Handlungen und Ordinationen empfangen und ihre Bündnisse halten. Wer diese Ding tut, erbt die Fülle der Herrlichkeit Gottes. (L&B 76; 132:9) Der Prophet Joseph Smith offenbarte später die Wichtigkeit von Tempeln, als einem heiligen Platz, in dem die Kinder Gottes teilhaben können an den Verordnungen, die die Familien für Zeit und alle Ewigkeit binden und siegeln. (L&B 131-32) Die Anweisungen und Verordnungen des Tempels sind in erstaunlicher Weise auf Christus bezogen und rüsten uns mit der nie endenden Ermahnung aus, daß wir hier ohne ihn keine Hoffnung auf Frieden und Glückseligkeit haben und keinen Anspruch auf Glückseligkeit hernach.

Worte wie Erlösung, Erhöhung und ewiges Leben werden oft in den religiösen Gesprächen der Heiligen der Letzten Tage gebraucht. In Wirklichkeit besagt jedes Wort das Gleiche, aber ein jedes betont verschiedene Aspekte des Erlösungszustandes. Das Wort Erlösung betont den Erlösungszustand, die Befreiung vom Tode und den Sünden durch das Sühnopfer von Jesus Christus. Ewig – ist einer der Namen Gottes und somit bedeutet ewiges Leben das Genießen von Gottes Leben. Das Wort Erhöhung bezeichnet den erhöhten und edleren Status jener, die würdig sind für die Gemeinschaft der Erlösten und Verherrlichten im himmlischen Königreich.

Moderne Offenbarungen

Die Heiligen der Letzten Tage sind erfreut über das Wissen um einen Plan der Erlösung, der ihnen durch neuzeitliche Propheten zuteil wurde. Er enthält wichtige Informationen über Dinge, die in der christlichen Welt noch diskutiert werden, wie etwa

  • Wer sind wir – Wo kommen wir her – Warum sind wir hier und wohin gehen wir nach dem Tode
  • In welchem Maße muß unser Glaube an Christus unsere Glaubhaftigkeit an seine Gebote zeigen
  • Der Status derjenigen, die ohne das Wissen über Christus und sein Evangelium gestorben sind.

            Joseph Smith lehrte, der Mensch müsse „über alle Macht seiner Feinde erhaben sein“33, um gerettet zu werden. Obgleich die größten Segnungen der Erlösung im zukünftigen Leben kommen, so können Menschen sich schon in diesem Leben über die Gewißheit der Erlösung und den Frieden freuen, die eine Erkenntnis mit sich bringt. (L&B 59:23) Der Heilige Geist bringt uns „den ersten Anteil unseres Erbes“, das Versprechen oder die Bestätigung, daß wir auf dem rechten Weg sind und somit auf die volle Erlösung in der zukünftign Welt zusteuern. (2 Korinther 1:21-22; 5:5; Epheser 1:13-14)  Wenn wir unser Bestes tun, die Gabe des Heiligen Geistes kultivieren, dann leben wir gewissermaßen in einem erlösten Zustand. Der Prophet David O. Mckay der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bemerkte dazu, daß „das Evangelium von Jesus Christus, wie es dem Propheten Joseph Smith geoffenbart wurde, in jeder möglichen Beziehung und in Wahrheit „die Macht Gotts ist, die zur Erlösung führt. Es verleiht jedem Menschen ein perfektes Leben, hier und jetzt und in der zukünftigen Welt.34