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Frage 2

Wie Stellen Sich Die Heiligen Der Letzten Tage Gott Vor?

Die Vorstellung der Heiligen der Letzten Tage von Gott, wie die anderer Christen, hat seine Wurzeln in dem, was der Vater über sich selbst den Propheten und Aposteln offenbart hat, und was man von dem irdischen Leben und Wirken von Jesus Christus lernen kann.

Wie die meisten Christen glauben die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage an einen Gott der Liebe, der allwissend und allmächtig ist. (1 Nephi 11:22; 2 Nephi 1:15; 2 Nephi 9:20; Lehre und Bündnisse (L&B) 38:1-3; Moses 1:6; 1 Nephi 7:12; Alma 26:35) Sein fortwährendes Wirken in der Welt und unter seinen Kindern in der Welt ist chronisch erfaßt in allen vier kanonisierten Standard Werken der wiederhergestellten Kirche Jesu Christi (Die Bibel, Das Buch Mormon, Lehre und Bündnisse und die Köstliche Perle)

Die Heiligen der Letzten Tage, wie auch andere Christen, glauben an drei göttliche Personen – den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist – und sie glauben, daß alle drei separate Personen sind (Mathäus 28:19; 2 Nephi 31;21; Alma 11:44; Glaubensartikel 1:1) Der Bericht über die Taufe von Jesus durch Johannes den Täufer, als Jesus sich aus dem Fluß erhob, zeigt zum Beispiel, daß der Geist Gottes sich wie eine Taube aus dem Himmel niederließ, während die Stimme des Vaters die Göttlichkeit seines Sohnes Jesus bezeugte. (Mathäus 13 -17; Markus 1:9 -11; Lukas 3:21- 22) Die Evangelien des Neuen Testaments berichten mehrere Male, daß Jesus sich selbst als separat von Gott dem Vater, aber ihm untertan, sah. (z.B. Johannes 14:28; Mathäus 20:23; 26:39; Johannes 5:19; 8:17-18; 17:1-5) In den Anfangsversen im originalen griechischen Text scheint das Evangelium des Johannes einen Unterschied zu machen zwischen dem Vater, der “der Gott” ist (ho theós) und dem Sohn, der “Gott” ist ( theós). Der Apostel Paul gebrauchte den Ausdruck Gott gelegentlich ausschließlich für den Vater (1 Korinther 8:6).

Die Heiligen der Letzten Tage glauben, daß Jesus auch göttlich ist (Johannes 1:1; 20:28) Paulus schrieb über Christus: ”denn in ihm allein wohnt wirklich die ganze Fülle Gottes.” (Kolosser 2:9) Die Heiligen Schriften lehren auch, und die Heiligen der Letzten Tage glauben daher, daß der Vater, der Sohn und der Heilige Geist ein Gott sind ohne Ende. (2 Nephi 31:21; Mosiah 15:4; Alma 11:44; 3 Nephi 11:36; Mormon 7:7; L&B 20:28) „Ich und der Vater sind eins”, sagt der Heiland, und er führt weiter aus, „der Vater ist in mir”. (Johannes 10:30,38)

EINER ODER DREI?

Wie kann das sein? Wie kann es einen Gott geben und doch drei verschiedene göttliche Personen? Christliche Denker haben Jahrhunderte mit dieser Frage gerungen. Die meisten Christen gelangten zu der akzeptierten Lösung durch Debatten und Verhandlungen auf den großen Konzilien, die einige Jahrhunderte nach dem Tode der Apostel und Jünger stattfanden. Man borgte Begriffe von den fortgeschrittensten Denkern, den griechischen Phillosophen. Die christlichen Theologen versuchten, die Einheit–in der-Vielheit der Gottheit in philosophischer Terminologie zu erklären.

Die Heiligen der Letzten Tage, im Gegensatz dazu, wurden nicht von Philosophen, sondern von Propheten und Aposteln geleitet. Sie sehen die Einheit der Gottheit als absolute Einheit des Zwecks und des Willens von Vater, Sohn und Heiligem Geist. Jesus versuchte, die gleiche Einheit zwischen den Jüngern aufzurichten. In seinem berühmten Gebet erklärte der Heiland: „Alle sollen eins sein wie Du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein: denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind: ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit.” (Johannes 17: 21-23)

UNSER VATER

Die Heiligen der Letzten Tage sind überzeugt, daß Gott der buchstäbliche Vater aller Geister aller Menschen ist (Numeri 16:22; 27:16; Mathäus 6:9; Epheser 4:6; Hebräer 12:9) „Denn wir sind von seiner Art.” so sagte der Apostel Paulus zu den Athenern. (Apostelgeschichte 17:28; vergleiche 17:29) Weil wir die Kinder von solch einem Vater sind, ermahnt uns der Heiland, so zu leben, daß wir uns unseres Erbes würdig erweisen. „Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.” (Mathäus 5:48; vergleiche 3 Nephi12:48; 27:27; 28:10)

Weil Gott unser Vater ist, glauben die Heiligen der Letzten Tage, daß er nicht nur ein entfernter Richter ist, der uns einem abstrakten Gerechtigkeitsmaß unterwirft. Er ist bei weitem vollkommener als die besten sterblichen Eltern. Er liebt uns und sorgt sich um unsere Glückseligkeit und Wohlfahrt. (Mathäus 7: 7-11) „Denn siehe”, so sagte er zu Moses, „dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit, die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zu vollbringen.” (Moses 1:39)

Weil er außerdem einen sterblichen Körper annahm, lebte er, unser Erlöser, Jesus Christus, der Sohn des Vaters, unter uns, und er versteht all unsere menschlichen Schwächen, Versuchungen und Gebrechen. Der uralte Prophet Alma lehrte im Buch Mormon, daß Jesus auf diese Erde kommen und Tod und Leid auf sich nehmen würde, „auf daß sein Inneres mit Barmherzigkeit dem Fleische nach erfüllt werde, damit er nach dem Fleische wisse, wie er seinem Volk dessen Gebrechen gemäß helfen kann.” (Alma 7:12) Das Neue Testament sowohl als auch die von dem Propheten Joseph Smith empfangenen modernen Offenbarungen bezeugen, daß die irdische Mission von Jesus Christus ein triumphaler Erfolg war. „Wir haben ja nicht einen Hohen Priester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat.” (Hebräer 4:15) „…er ist auch hinabgestiegen unter alle Dinge, wodurch er alle Dinge erfaßte, um als Licht der Wahrheit in allem und durch alles zu sein.” (L&B 88:6-7)

GOTTES KÖRPERLICHE GESTALT

Die Heiligen der Letzten Tage glauben wörtlich an die vielen Stellen in der Bibel, die Gottes körperliche Form beschreiben. Gott schuf Adam “als sein Abbild” und “als ihm ähnlich”, (Genesis1:26-27) und Paulus lehrte, daß gewöhnlich sterbliche Menschen “Abbild und Abglanz” Gottes sind (1 Korinther 11:7) Während seines irdischen Lebens, so steht geschrieben, war Christus der Abglanz von Gottes Herrlichkeit und das Abbild von Gottes Wesen.” (Hebräer 1:3) Als der Vater und sein Sohn Joseph Smith 1820 im Walde erschienen, sah der junge Knabe “zwei glorreiche Gestalten, die sich in Gesichtszügen und Gestalt ähnelten.3

UNSER VERHÄLTNIS ZU GOTT

Es folgert, daß für die Heiligen der Letzten Tage Gott zugleich nahe und fern ist. Er ist vollkommen. Wir sind es nicht. Er ist allmächtig und glorreich. Wir sind es gewiß nicht. Er aber ist unser Vater, und wir sind ihm ähnlich. Er möchte all das, was er hat, mit uns teilen. „Wer siegt”, so sagt der Vater, „der darf mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich gesiegt habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.” (Offenbarung 3:21) Daher sind diejenigen, die an das wiederhergestellte Evangelium glauben, erfüllt von der Liebe zu Gott, ihrem Vater, voll tiefer Dankbarkeit und göttlich inspirierter Hoffnung. „Liebe Brüder”, schreibt der Apostel Johannes, „jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbart worden. Wir wissen, daß wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird, denn wir werden ihn sehen, wie er ist.” (1 Johannes 3:2)